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wissenschaftliches Schreiben

Die Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik (AfH) der Universität Zürich veranstaltet jedes Semester «Hochschuldidaktik über Mittag». Dieses Jahr dreht sich die Veranstaltung ganz um das Thema «Wissenschaftliches Schreiben».

In seinem ersten Vortrag nannte Markus Binder 8 Probleme beim wissenschaftlichen Schreiben, die sich auch gegenseitig beeinflussen.

1. Das Anfangen
Das Anfangen meint nicht nur den Einstieg in den Text, sondern den Einstieg in das Texten. «Wo soll ich beginnen?» ist eine häufige Frage. Schreibarbeit wird oft nicht ernst genommen, paralleles Schreiben an zwei Texten ist fast unmöglich. Ein Grund für die Problematik des Anfangs besteht im Zeitdruck. Schreiben braucht vor allem auch Zeit, und zwar Zeit am Stück – ein Gut, das in den Universitäten von heute zum Teil verloren geht (vgl. diesen Post). Weiterhin kommt hinzu, dass gerade bei wissenschaftlichen Texten der Anspruch an den Text und damit die eigene Person hoch ist. Der richtige Anfang braucht die Vorbereitung.

2. Das Vorbereiten
Ein Zitat hat mir besonders gefallen: «Das Schreiben beginnt vor dem Schreiben», nämlich mit der Anfertigung eines Konzepts. D

3. Die Blockade
In 4 von 5 Fällen sei die Blockade zurückzuführen auf ein mangelndes Konzept (vgl. Punkt 2). [...] Nebenbei gemerkt kann man m.E. nach Notizbuch auch mit Blog übersetzen

Und genau das soll dieses Blog sein!


 Blog Wp-Content Uploads 2007 03 Schreibprozess-1

4. Die Eigendynamik
Dabei liegt das Problem darin, das kreative Potenzial zuzulassen, sich aber gleichzeitig an die Gliederung zu halten.

5. Das Redigieren
Mit dem Schlusspunkt unter einem fertigen Text sollte man meinen, ist der Text fertig, jedoch fängt nach Binder die Arbeit erst richtig an. Es geht nämlich nun darum, die ganze Arbeit nochmals in Frage zu stellen, an der Logik und den Formulierungen zu Arbeiten, Dinge zu streichen, andere Formulierungen zu präzisieren, kurz: zu redigieren.

6. Die Stoffhuberei
Vor allem in wissenschaftlichen Artikeln ist dies der Fall. Schon jeder hat Texte gesehen, in denen die Fussnoten länger sind als der eigentliche Text, da ja alles irgendwie wichtig ist. Und wenn es keinen Platz mehr hat, dann halt in der Fussnote. Aber auch beim wissenschaftlichen Schreiben gilt nach Binder: less is more. Das Weglassen und Kürzen ist dabei kein einfacher Prozess, sondern tut meist weh. Dennoch sollten auch wissenschaftliche Texte prägnant, präzise und verständlich sein.

7. Der Substantivismus
Die Verknappung vor allem in wissenschaftlichen Texten führt zu einem Substantivismus, da man mit einem Substantiv unheimlich viele Bedeutungen transportieren kann.

8. Das Üben
Viele Studierende schreiben seiner Meinung nach zu wenig. Dabei geht es nicht um das Schreiben von Abschlussarbeiten, sondern um das Schreiben von kleineren Texten, wie Rezensionen oder Essays. Rezensionen regen zum kritischen Hinterfragen an, Zusammenfassungen schärfen den Blick für das Wesentliche. Dies wird aber oft zu wenig im Studium gelernt.

Quelle: afh [via education & media], da ist auch der Vollständige Beitrag vorhanden.

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