Ich bin wieder zurück bei meiner ursprünglichen Thematik: “Weblog und Wiki als Theorie und Regelheftersatz – Einsatz webgestützter selbstreflexiver Unterrichtselemente im Mathematikunterricht.“
In meiner Diplomarbeit möchte ich der Frage nach gehen, ob Wikis und Weblogs (webgestützte selbstreflexive Unterrichtselemente) einen Beitrag zur Problematik der Theorie- und Regelhefte leisten könnten.
In vielen Mathematik-Zimmern gilt das Theorieheft immer noch als “Heilige Kuh”, in welches von der Lehrperson diktierte Regeln und Sätze eingetragen werden, evt. mit einem Beispiel illustriert. Im Sinne einer konstruktivistischen Didaktik favorisieren die Fachdidaktiker heute jedoch eher Dokumentationsformen, welche die Lernprozesse der einzelnen Lernenden dokumentieren und jede/r Lernende ihre eigenen Gedanken, Probleme und Erkenntnisse aufschreibt. So genannte Lernjournale, Forschungshefte, Reisetagebücher oder
Lerntagebücher sind aber unter der Lehrerschaft immer noch umstritten, es werden Argumente wie “hoher Zeitaufwand für die Lehrperson”, “hoher Zeitaufwand für die Lernenden”, “nicht bewiesener Sinn der LTB”, “falsche Kompetenzen (im Bezug auf Übertrittsprüfungen in FMS, Gymnasium etc.) werden vermittelt”, “Zeitmangel”
etc. welche gegen das Führen eines Lerntagebuches sprechen genannt.
Für meine Dipomarbeit, in welcher ich herausfinden möchte, ob und wie Wikis und Weblogs den Lehrpersonen als auch den Lernenden einen Anreiz zum führen von Lernjournalen bieten können, suche ich nun Argumente, Probleme, Schwierigkeiten aus dem Alltag beim Schreiben von konventionellen (Papier und Stift) Lerntagebüchern. Natürlich bin ich auch um besorgte Stimmen/Vorbehalte bezüglich der “neuen elektronsichen Alternativen” dankbar.

Ein paar Fragen, die mir das Verständnis erleichtern würden:
1. Warum sollten Wikis und Weblogs die Regelhefte ersetzen?
Ist zunächst einmal das Medium, in dem die Regeln notiert sind, nicht unerheblich?
Außerdem: Auch ein konstruktivistisch orientierter Ansatz schützt nicht davor, dass man eine Regel später einmal nachschlagen und repetieren muss. Daher ist mir die grundsätzliche Opposition zu Regelheften nicht klar.
2. Ab welcher Altersstufe sollten Wikis eingesetzt werden?
3. Welche Grundkompetenzen hinsichtlich Computergebrauch sind Voraussetzung für diese Art des Lernens?
4. Welche Inhalte könnten sich besonders für Lerntagebücher etc. eignen?
1. Regel und Theoriehefte werden nach meinen Erfahrungen und auch den Aussagen einiger Mathefachdidadozenten mit welchen ich gesprochen habe vielerorts noch als “Heilige Kühe” angeschaut, genau das was die Lehrperson diktiert soll rein, aber nicht mehr und nicht weniger. Deshalb tendieren neue mathefachidaktische Bestrebungen dahin, Lerntagebücher schreiben zu lassen, in welchen individuelle Lernprozesse festgehalten werden, und eigene Gedanken(gänge) notiert werden. D.h. jede und jeder schreibt was ihm/ihr zum Thema wichtig erscheint.
Genau um die Medienwahl geht es. Bieten Wikis und Weblogs mehr, als ein Heft und Bleistift? Bei Wikis kommt mir zum Beispiel der Hypertext in den Sinn (bei Weblogs beschränkt auch), welches ermöglicht, dass ich in einem Eintrag ohne Probleme auf einen früheren Eintrag, oder einen von einem Klassenkameraden verlinken kann.
Den Sinn/Unsinn von Lerntagebüchern oder Regelheften möchte ich nicht gross diskutieren in meiner Arbeit, ich gehe einfach davon aus, dass Lerntagebücher sinnvoller sind. (Habe eben gelesen, dass Regel und theoriehefte eigentlich individuelle Lehrbücher sind, welche aber eben gar nicht so individuell sind. LTB wären dies schon.
2. 7. Klasse
3. Bedienung des Computers (AN/Ausschalten, Internetanwendung, Textverarbeitung) alles andere wird erarbeitet.
4. Da müsstest du mir die Frage etwas konkretisieren …