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Der elektronische Briefkasten

[Trigami-Review]

Die schweizer Post macht einen Schritt vorwärts. Seit kurzem gibt es Swiss Post Box, den elektronischen Briefkasten. Die Funktionsweise ist recht einfach. Man meldet sich an, bekommt die Zugangsdaten per Post zugeschickt,  lässt sich auf der Poststelle seine Identität bestätigen und hat nun einen elektronischen Briefkasten mit einer neuen Adresse. Und hier beginnt auch schon die Kritik: Ich will keine Adresse in Zürich, Bern, Genf oder sogar im Ausland! Egal ob kostenpflichtig oder gratis, ich hätte gerne alle Briefe, welche bisher an meine Adresse geschickt wurden in diesem elektronischen Postfach – ohne eine kryptische Zürcher-Adresse.

Ansonsten ist es recht einfach. Sobald ein Brief eintrifft wird man per eMail benachrichtigt und kann sich den Brief von aussen anschauen. Anschliessend entscheidet man sich, was mit dem Brief passieren soll. Soll er geöffnet und eingescannt werden? Soll er geschreddert oder recykliert oder an eine frei zu definierende (Heim-)Adresse zugestellt werden? Für all diese Aktionen wie auch für das Speichern der Scans fallen geringe Gebühren an.

swiss post box

Einmal gescannt, erscheint der vollständige Brief in der Inbox und kann als PDF lokal gespeichert werden. Selbstverständlich können die Dokumente auch online archiviert werden – jedoch fallen auch hierbei wieder Kosten an.

Nettes Feature für Leute wie mich ist die etwas teure iPhone-Applikation, welche einen ähnlichen Funktionsumfang wie das Webinterface bietet – so ist man dann richtig mobil.

Die schnelle Zustellung hat leider nicht geklappt, beide Briefe konnte ich nicht am nächsten Zustellungstag lesen – hier bestünde noch Verbesserungspotenzial – wenn die Briefpost schon in Konkurrenz zu eMail auftreten will muss bezüglich Schnelligkeit definitiv nachgebessert werden. Um meinen Workflow zu verbessern wäre es auch schön, wenn bereits bei der Erfassung eine Texterkennung gemacht würde und die Briefe so nach Stichworten durchsucht werden können – bei mir hat es nicht einmal mit der Adresse geklappt.

Alles in allem eine gute Idee mit leider aber wenig konkurrenzfähigen Preisen. Eine Privatperson, welche nicht sehr wichtig und ständig im Ausland ist, wird sich wohl zweimal überlegen, ob sich der Preis von 25 .- Setup-Gebühr, monatliche Kosten von 0.- bis 95.- (sobald man eine Monatsgebühr bezahlt ist die Erfassung von mindestens 100 Briefen inbegriffen), rund 2.- pro Scan, 5.- pro Zustellung lohnt. Auch der Preis von 25 Rappen pro Brief und Monat für die Aufbewahrung länger als 30 Tage sind meiner Ansicht nach happig, wenn man bedenkt, dass man andernorts bis zu 2 GB Online-Speicherplatz gratis erhält.

Wer demnächst in die Ferien fährt und den Service einmal testen möchte kann jetzt zur Swiss Post Box wechseln, sich registrieren und die Ferienumleitung testen.


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