
(Bild: LerNetz-Magazin 2010/2011 )
Über einen eBook-Reader verfüge ich keinen und auch im Besitze eines iPads bin ich (noch) nicht. Und trotzdem mach(t)e ich mich in letzter Zeit einige Gedanken darüber, wie sich das Buch durch technologische Entwicklungen künftig verändern könnte.
Immer wieder ertappe ich mich, wie ich Entwürfe, Artikel etc. ausdrucke, um diese noch einmal durchzulesen und gewisse Korrekturarbeiten zu erledigen. Genau so oft ertappe ich mich aber auch, wie ich ein (Fach-)Buch lese und verzweifelt ctrl-F suche um mir einen Überblick zu verschaffen, wo überall im Werk ein gesuchter Begriff auftaucht.
Sowohl herkömmliche Bücher auf totem Holz, als auch deren elektronische Derivate scheinen also gewisse Vorteile zu bieten.
Meiner Meinung nach sollte aber der Vorteil digitaler Bücher nicht lediglich darin liegen, dass diese durchsuchbar sind (vgl. PaperC, Google Books) sondern sämtliche multimedialen Möglichkeiten sollten ausgeschöpft werden.
- Annotationen (vgl. Blog-Post von Jürg Fraefel)
- Markierungen
- Simulationen
- Videos/Animationen
- Sozialer Austausch mit Lernenden, Lehrenden und Experten
- Links zu Quellen
- Interaktive Navigationshilfen
- Interaktive Wissenssicherung (Multiplechoice-Tests)
Die Sendung «Reflexe» von SRF und Gespräche in letzter Zeit haben mich dazu angeregt, mich etwas vertieft mit der Thematik auseinander zu setzen und etwas zu recherchieren. Nebst herkömmlichen eBooks gibt es recht innovative Formate für unterschiedliche Zwecke:
Libroid – Konzept eines digitalen Sachbuchs
LernBuch – Digitales Lehrmittel
Inkling – digitales Lehrbuch
Mediabird – Mischung aus CSCL, Karteikasten und Leuchtstift zur (gemeinsamen) Bearbeitung von PDFs

EIne kurze Recherche zeigt: Die (Schulbuch-)Verlage scheinen im Moment nicht so innovativ und zeigen nur beschränkt Phantasie in dieser Richtung – was meinen Eindruck aus einem der Workshops der «1:1 Computing»-Tagung der PHZ wiedergibt.
Auf den ersten Blick scheinen solche technischen Zusatzfunktionen vor allem bei Sachbüchern nützlich, wenn ich aber an die «Herr der Ringe» – Trilogie oder «Sturz der Titanen»von Ken Follett denke, so könnte es durchaus auch in Romanen reizvoll sein, z.B. eine Personenliste, eine Übersichtskarte oder ein Glossar ständig in Reichweite zu haben.
Den Mehrwert von digitalen Büchern gegenüber den gedruckten Varianten sehe ich darin, dass gemeinsam an Lehrtexten gearbeitet werden kann (Lernende, Lehrende und Experten), dass Informationen besser Vernetzt werden können (Links, Suche etc.) und dass von den multimedialen Möglichkeiten gebrauch gemacht werden kann. Dazu kommen – aus Verleger-Sicht – die Tatsache, dass Druck- und Distributionskosten minimiert werden und die Werke schnell und einfach aktualisiert werden können.