
Postman sieht die Gesellschaft vom Showbiz dominiert. In seinen Augen sind heute Äusserlichkeiten entscheidender als der Dialog. Wie bereits Marshall McLuhan ist auch er der Ansicht, dass die Medien jeweils das Wesen einer Kultur beeinflussen (Entwicklung der Schrift, Erfindung des Buchdrucks, elektronische Medien, TV und später PC). Eine Krise wie er es beschreibt – und als “Beweis” die US-Präsidentschaft eines Hollywoodstars anführt – finde ich die Entwicklung neuer Medien nicht unbedingt. Man darf nicht vergessen, dass durch die erwähnten Erfindungen eine “Demokratisierung des Wissens” stattgefunden hat (oder stattfinden hätte können?). Durch die Möglichkeit einfach Bücher zu vervielfältigen wurden Texte einer breiten Masse zugänglich und durch das Internet (auch TV) wurden die Grenzen erneut aufgebrochen. Andererseits bedeuten diese “Revolutionen” auch ein Machtverlust für gewisse Institutionen aus Politik und Kirche. Das Volk hat nun die Möglichkeit, sich auf unterschiedlichen Kanälen zu informieren. Es findet zwar evt. kein derartiger Diskurs statt wie damals als die Sprache das Hauptmedium war
Beer sieht verschiedene physische und psychische Gefahren für die Heranwachsenden:
- Bewegungsmangel durch (übermässigen) Medienkonsum und als Folge daraus Übergwicht und andere Gebrechen
- Förderung der sexuellen Frühreife und Zurückbleiben der geistigen Entwicklung
- Konsumhaltung führt zu Passivität und Kreativitätsverlust
- Werteverlust
- verfälschte (oder gar fehlende?) Wahrnehmung der Realität
Als Hauptgefahr bezeichnet er die Reizüberflutung, welcher die Kinder und Jugendlichen schutzlos ausgeliefert seien und welche zu Nervosität und Schlafstörungen führen.
Diese bewahrpädagogischen Gedanken werden bis heute in medienpädagogischer Ratgeberliteratur (und anderen Werken) bei der Beschreibung der medialen Gefahren aufgeführt. Ich denke alle aufgezählten Punkte, sowohl ein Einschnitt in die Kultur, wie auch psychische und physische Gefahren durch die Medien sind als potenzielle Schwierigkeiten verursacht durch neue Medien anzusehen. So sind Bewegungsmangel, Passivität, Reizüberflutung oder verfälschte Wahrnehmung durchaus Probleme, mit welchen Lehrpersonen heute zu kämpfen haben – sicher teilweise auch bedingt durch übermässigen oder nicht angemessenen Medienkonsum. Persönlich gefällt mir aber nicht, wie beide Autoren vor allem die Negativpunkte hervorheben. Wie Beer, der trotz der Gefahren auch Chancen im Zusammenhang mit den Medien sieht, wobei er darauf verweist, dass Medien zum kreativen und produktiven Handeln anregen können (z.B. Tonaufnahme, Videoproduktion, Fotografie), bin auch ich der Überzeugung, dass Medien – sofern sie aktiv genutzt werden kreativitätsfördernd sind. Zudem sind Medien heute fast omnipräsent, so dass ein angemessener und verantwortungsvoller Umgang damit wohl gewinnbringender für Heranwachsende ist, denn die Bewahrung vor all den Einflüssen.
Die Möglichkeit den Risiken zu begegnen sieht er in einem offenen Umgang, sprich als Erwachsener zu reflektieren was man “konsumiert” und was das für einen bedeutet und auf der anderen Seite die Heranwachsenden zu ebensolchem Handeln zu befähigen und anzuleiten. So können die Medien “entzaubert” werden und Kinder und Jugendliche sehen was hinter dem Konsumierten steckt.








