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3-6-9-12. Die ursprünglich von Serge Tisseron formulierte Regel besagt dass Kindern unter 3 keinen Medienkonsum am Bildschirm gewährt werden soll, vor 6 Jahren diese keine eigene Spielkonsole besitzen sollen, vor 9 nicht ins Internet und nach 9 zwar ins Internet aber bis 12 nicht unbeaufsichtigt ins Internet sollen. In den letzten Tagen wurde die von jugendundmedien bereitgestellte Broschüre und der 10-goldene-Regel-Flyer von der Tagespresse aufgegriffen und thematisiert.
Ich verstosse demzufolge gleich gegen 2 Regeln, erstens darf mein Sohn obwohl er erst zwei ist ab und an vor einen Bildschirm sitzen (das lässt wie sich in unserer Lebenswelt irgendwie kaum vermeiden) und die Inhalte, die er konsumiert stammen z.T. aus dem Internet, welches er zwar begleitet aufruft, aber trotzdem.

Ich habe aber nochmaaal Glück. KEine Regel ohne mit Ausnahme. So relativiert Thomas Vollmer vom Bundesamt für Sozialversicherungen im Artikel die Regel gleich selber mehrere Male.

Es spreche nichts gegen ein sporadisches Einsetzen und Ausprobieren von Bildschirmen aller Art mit Beginn des dritten Lebensjahres. «Auf keinen Fall aber sollten dies Kleinkinder alleine und unbeaufsichtigt machen, und es sollte auch kein fester Bestandteil des Tagesablaufs sein», sagt Vollmer. Von der Regel ausnehmen will er Fotoalben, die elektronisch gespeichert sind, Video-Chats und Ähnliches.

 

In meinem Verständnis schiesst diese gut gemeinte Faustregel irgendwie übers Ziel hinaus und könnte sich zu einem Bumerang entwickeln.Wozu eine Regel formulieren, wenn sie doch gleich wieder relativiert wird?

Allzu absolut sollte diese Regel aber nicht verstanden werden, [...]

… und weiter …

 Diese [Kinder] könnten von Fernsehbildern und schnellen Schnitten verunsichert werden. Deshalb: «Altersgerechte DVDs eignen sich besser, weil diese gestoppt und wieder angeschaut werden können.» Die Regel «kein Bildschirm unter drei Jahren» wird also schon innerhalb der Broschüre relativiert.

Der Umkehrschluss ab 3 darf ich mein Kind (“gefahrlos”) vor einen Bildschirm setzen liegt nahe. Viel wichtiger als das Alter eines Kindes sind aber in meinen Augen das Interesse des Kindes und der bewusst Umgang mit Bildschirmmedien, sprich die Inhalte – wie die Broschüre ja auch betont – oder der gemeinsame Konsum mit Eltern und Kind und die (altersgemässe) entsprechende Reflektion darüber.

Pixelpress heisst ein vor kurzem gestartetes Kickstarter-Projekt, welches sich zum Ziel gesetzt hat, eine ausgeklügelte Idee mittels Crowdfunding zu finanzieren. Die Idee lässt sich schnell und in vier Schritten beschreiben und ist in meinen Augen bestechend. Der “Gamedesigner” lädt sich ein PDF aus dem Internet, gestaltet mittels einer definierten aber nicht allzu komplexen Notation die Levels eines Jump ‘n’ Run Spiels auf das Häuschenpapier, fotografiert die fertige Skizze mittels einer speziellen App, welche ihm die Skizze in ein digitales Spiel verwandelt und hat anschliessend die Möglichkeit die digitalen Spielelemente weiter zu gestalten, das Spiel zu spielen und anderen zugänglich zu machen.

Während mit Scratch also programmieren gelernt wird, können Kinder, Lehrpersonen, Eltern und alle anderen künftig ihre eigenen Spiele gestalten.

 


 

JAMES im focus

4. Februar 2012 — Leave a comment

 

Nun ist also die seit längerem angekündigte Zusatzstudie JAMESfocus erschienen. Basierend auf den Daten der JAMES-Studie 2010 haben die Autorinnen verschiedene Freizeit- und Mediennutzungstypen herausgearbeitet und mit anderen Studien verglichen.

Die Analogen (28,8 %) nutzen überdurchschnittlich oft herkömmliche (analoge) Medien, besuchen Mussen, schreiben Briefe und trifft sich weniger oft mit Freunden. Sie sind mehrheitlich weiblich und mit gymnasialer Ausbildung.

Computerfreaks (10,2 %) sind oft männlich und sind vor allem bei den 14/15-Jährigen zu suchen. Sie tüfteln am Computer, spielen Videogames und sind aktiv in Foren/Newsgroups.

Informationsorientierte (24 %) nutzen den Computer als Recherche-/Informationsinstrument, verfügen aber nicht über besonders ausgeprägte technische Kompetenzen und sie lesen selten Bücher … und kommen vom Land.

Musiker (6,2 %) nutzen wie die Bezeichnung nahelegt, den Computer vorwiegend zum musizieren, sind jedoch auch sonst recht angetan. Mehrheitlich sind sie männlich und aus den urbanen Gegenden.

Unterhaltungsorientierte (30,8 %) sind mehrheitlich weiblich, jung und eher von tieferem bis mittlerem Bildungsniveau und sozialem Status. Sie konsumieren vorwiegend, egal ob TV oder Social Networks.

Zusammengefasst lässt sich sagen, Knaben im Alter von 18 – 19 Jahren, welche das Gymnasium besuchen [ Anm. d. A. Musiker & evt. Computerfreaks], einen hohen sozioökonomischen Status haben und nicht aus einer Familie mit Migrationshintergrund stammen, verfügen über das grösste Medienwissen.

Jugendliche mit tieferem Medienwissen, also eher unterhaltungsorientierte dagegen, nutzen das Handy allgemein mehr und vielfältiger. Zur Nutzung von sozialen Netzwerken lässt sich festhalten, dass ebenfalls jüngere Jungendliche mit eher tieferem Bildungsniveau und sozialem Status sorgloser damit umgehen. Wieder mal ein Plädoyer für (differenzielle) Medienbildung in der Schule.

 

Heute wurde an der WorldDidac die von Prof. Dr. Daniel Süss und Gregor Waller verfasste JAMES-Studie vorgestellt. Da ich bereits gestern anlässlich des SFEM in Basel war, war die Teilname nicht möglich. Folgendes ist mir beim Überfliegen der bereits im Internet publizierten Ergebnisse aufgefallen.

  • Computer ohne Internet nutzen ist «out»
  • Knaben spielen deutlich mehr Computer-/Videogames als Mädchen
  • Knaben nutzen mehr Suchmaschinen als Web 2.0-Dienste, Mädchen umgekehrt

Die schulische und ausserschulische Nutzung von Computer wird folgendermassen beschrieben:

66 % der Jugendlichen nutzen ihren Computer zuhause täglich oder mehrmals pro Woche, um Arbeiten für die Schule oder die Lehrstelle zu erledigen. Dieser Wert bleibt über alle Altersgruppen konstant. In der Schule werden Computer und Internet von knapp einem Drittel der 18- bis 19-Jährigen täglich oder mehrmals pro Woche genutzt. Bei den jüngsten der Befragten (12 bis 13 Jahre) sind es 10 %.

Da wird es sicher interessant zu sehen, wie die detaillierten Ergebnisse ausfallen.

Und jetzt jene Aussage, welche mich am meisten die Stirn runzeln liess:

Die Jugendlichen sind nicht nur passive Nutzer, sie gestalten das Internet auch aktiv mit. Meistens im Rahmen von Social Networks, aber auch in Form von Blogs, Beiträgen in Newsgroups oder Foren. Einige erstellen mehrmals pro Woche Podcasts.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich an anderer Stelle gelesen, die «Digital Natives» seien doch nicht so aktiv im Netz und konsumieren vorwiegend. JAMES sieht das demnach anders. Die Tatsache, dass auch in dieser Beziehung ein Röstigraben (und ein Pasta-Graben) unser Land spaltet lasse ich hier mal weg.

netcity

Wie bereits im Beitrag Mediensozialisation geschildert, bilden Medien einen festen Bestandteil des Kinderalltags. Für mein Verständnis von Medienkompetenz lehne ich mich stark an Baacke / Moser an, welche vier Dimensionen des kompetenten Umgangs mit Medien formulieren.

  • Wissen über Medien und deren kulturelle Bedeutung
  • Kritischer Umgang mit Medien
  • Handhabung / Bedienung von Medien (aktive Nutzung)
  • Nutzung von Medien (z.B. zum Lernen, Verhaltensweisen etc.)

Ein kompetenter Umgang mit Medien zeichnet sich dadurch aus, dass das Individuum Medien der Situation entsprechend auswählt, Inhalte (Rechercheergebnisse, etc.) auf Glaubwürdigkeit und Quellen auf Zuverlässigkeit prüft und dabei das Urheberrecht respektiert, bei der mediengestützten Kommunikation entsprechende Verhaltensregeln einhält (Netiquette, Sicherheitsvorkehrungen) und seine und die Privatsphäre anderer schützt.

Medienerziehung und Medienpädagogik beschränken sich wie der Name schon suggeriert, auf die Erziehung und (Aus-)Bildung von Heranwachsenden. Um den Begriff bei der Förderung der Medienkompetenz im Kontext des lebenslangen Lernens auf Erwachsene anwenden zu können wurde der Begriff Medienbildung geprägt. Im Begriff Medienbildung verschmelzen laut Kerres medienerzieherische und mediendidaktische Interessen.

Bei der gewählten Lernumgebung netcity.org handelt es sich um ein Serious-Game einer Jugendschutzkampagne. Im Spiel sollen Kinder von 9 – 12 den Umgang mit Risiken im Internet spielerisch erlernen. Als zu vermittelnde Lerninhalte werden

  • Schutz persönlicher Daten
  • Nutzung der Webcam
  • Sexuell motivierte Anfragen
  • Beleidigung und Belästigung
  • Umgang mit ungeeigneten Inhalten
  • Vorsicht vor Internetbekanntschaften
  • Schuldenfallen

aufgeführt.

Mit Hilfe eines interaktiven Spiels sollen die Kinder selbständig ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre Medienkompetenz stärken.

Das Spiel ist anlässlich der Kampagne in einen Präsenzblock einer Bus-Tour eingebettet, kann aber auch losgelöst davon sowie vor/nach der Veranstaltung von den Kindern weiter genutzt werden. Die gute «tutorielle» Anleitung macht es möglich, dass Kinder dieses Spiel ohne fremde Hilfe durcharbeiten können. Dennoch versucht es immer wieder den Spieler zum Dialog mit Eltern anzuregen.

Voraussetzung für das erfolgreiche Spielen sind grundlegende Bedienkompetenzen des Computers, sprich Maus-und Tastaturhandhabung so wie Navigation im Internet. Medienbildnerische Kompetenzen wie Schutz der Privatsphäre oder Umgang mit sexuell motivierten Anfragen sollen im Lernspiel eingeübt werden, es empfiehlt sich, auch dies mit den Kindern vorher zu thematisieren.


In seinem Text zitiert Kübler Stefan Aufenager. Dieser führt folgende Punkte an um Medienbildung zu definieren:

  • Medienbildung orientiert sich am ganzen Menschen in Bezug auf seine berufliche Karriere, sein Alltagshandeln und auf seine Position als soziales und politisches Mitglied einer Gesellschaft
  • Medienbildung als persönlichkeitsbestimmende Haltung
  • Verschränkung von Wissen und Können
  • Beinhaltet nicht nur die Anwendung/Nutzung von Medien, sondern beinhaltet auch die Fähigkeit, sich reflexiv mit Medien auseinanderzusetzen
  • Verfügt nebst der kognitiven auch über eine moralische, ästhetische und affektive Dimension

Egal ob Medienbildung oder Medienkompetenz – die Bezeichnung sieht er als austauschbares Label – fordert er Medienbildung als eine übergeordnete, umfassende Allgemeinbildung einer modernen Informations-/Wissensgesellschaft oder aber mindestens als Querschnittkompetenz vergleichbar mit der politischen Bildung zu verankern.

Zudem stellt er die Fragen wie sich Medienbildung eigentlich «definiert»:

  • Bildung durch Medien (kulturell/ästhetisch MedPäd)?
  • Bildung mit Medien (Mediendidaktik)?
  • Bildung gegen Medien (Bewahrpädagogik)?

Und fügt an, dass Medienbildung nicht ausschliesslich die Bedienung umfasse und schon gar nicht einfach so theoretisch gelehrt werden könne. Der Umgang mit Medien an sich bildet einem, jedoch nur im entsprechenden Kontext. Er spricht sich für eine Integration von ICT in die allgemeinbildenden Fächer und wo nötig eine Umgestaltung der Schule um mit und über (neue) Medien zu lernen.

Ich erachte es als sehr sinnvoll, die Medienbildung (oder wie auch immer man das dan nennt) als übergeordnete Allgemeinbildung bereits in den Curricula der Grundschule als «Selbstverständlichkeit» zu verankern und dies im Sinne lebenslangem Lernen nach der obligatorischen Schulzeit während der Berufsausbildung und der Berufstätigkeit bis ins (hohe) Erwachsenenalter weiterzuziehen. Wichtig daran scheint mir die Tatsache, dass das Lernen über/mit Medien immer in realen Kontexten geschieht. Wie ich das verstanden habe legt Kübler weniger Wert auf die Medien als Lerninhalte. Meiner Meinung nach ist nicht nur das Lernen mit Medien sondern auch das explizite Lernen über Medien – also Medien als Unterrichtsinhalte – sinnvoll. Angefangen bei der Frage, was sind überhaupt Medien, bis hin zum Reflektieren über den eigenen Medieneinsatz.

kidsinternet

[Bild: RWTH Aachen]

Via twitter bin ich auf folgenden Spiegel-Artikel gestossen, von welchem mir bereits jemand erzählt hat.

[...]Es ist zwar ebenso wahr wie gefährlich, dass vielen Menschen nur noch als Realität erscheint, was unter den ersten zehn Google-Treffern zu finden ist. Das aber ist ein Problem der Medienkompetenz in der Gesellschaft und nebenbei einer der Gründe, weshalb ich ein Schulfach Interneterziehung fordere; Eltern können heute ihren Kindern viele notwendige Erkenntnisse nicht vermitteln, weil es das Internet noch nicht gab, als sie ihre gesellschaftliche Prägung und Ausbildung erfuhren.

Das spräche ja eigentlich sehr für ein Fach Medienbildung im Lehrplan 21, wie das im Kanton Solothurn bereits Tatsache ist. Ausserdem wäre es einmal mehr ein Argument gegen all jene, welche eine Office-Schulung als sinnvoller fürs (zukünftige) Arbeitsleben von Oberstufenschüler/innen erachten, obwohl längst das Gegenteil «bewiesen» ist.

Das Internet hat das Bewusstsein der jüngsten Generation erobert, und das auf andere Weise, als die Älteren es annehmen. Schirrmacher hat recht, wenn er die Tragweite der digitalen Vernetzung als gigantisch einschätzt. Ich halte die Auswirkungen auf die Gesellschaft und besonders auf die kommenden Generationen für so revolutionär, als wären Buchdruck, Telefon und Fernseher gleichzeitig erfunden worden.

Ist das Internet wirklich eine solch wahnsinnig revolutionäre Errungenschaft?
Das eigentlich spannende an diesem Beitrag kommt aber noch …

Der Kommunikationsfachmann Peter Figge erzählt die Anekdote seines zehnjährigen Sohnes, der ihn fragt, wie die Menschen ins Internet gekommen seien, bevor es Computer gab. Besser lässt sich das Verhältnis der Jugend von heute zum Netz kaum beschreiben. [...]

Ist doch tatsächlich ein Beweis, dass es «Digital Natives» gibt, auch wenn sie manchmal etwas «digital naiv» sind.

Wordle - Create

Als Neuling  auf diesem Gebiet stellt sich mit die Frage, ob im Bereich «Bildung mit digitalen Medien» ein Begriffsproblem besteht. Innert kürzester Zeit hörte und las ich von unterschiedlichen Definitionen und Auffassungen von Begriffen, welche jeweils zu Diskussionen Anlass geben.

Da wäre einmal die Begriffe Medienpädagogik und Medienbildung, welche Prof. Kerres Bauchschmerzen verursachen. Dann propagiert ein Team der Uni Basel im Tagungsbeitrag «eLearning ade – tut scheiden weh?» den Begriff eLearning nicht mehr zu verwenden – was in der Zwischenzeit rege diskutiert wird und schliesslich war da noch die SATW-Tagung unter dem Titel «hybrides Lernen». Als Teilnehmer und Präsentator einer Case Study zu hybridem Lernen mit Weblogs musste ich feststellen, dass auch dieser Begriff unterschiedlich aufgefasst wird.

Ist das ein Problem oder ganz normal?

kidoncomputer

Letzthin im Museum für Kommunikation in Bern: Ich stöbere durch die Ausstellung «As time goes Byte» – keine Kinder weit und breit. Computer von anno dazumal sind ausgestellt, doch diese scheinen die Kinder ebenso wenig zu interessieren, wie interaktive Stationen zu den Themen Peripheriegeräte, Algorithmen oder dem Weg der eMail.Zuvor in der Ausstellung zur (Tele-)Kommunikation von der Brief- über die Rohrpost zum Telegrafen und zum Radio und Fernsehen, alle (interaktiven) Stationen waren besetzt, die Kinder haben ausprobiert und kommuniziert.
Ganz zum Schluss dann in der eher langweiligen Ausstellung «Bilder die haften» zum Thema Briefmarken: Es gibt zwei Computerstationen, an welchen Kinder ihre eigenen Briefmarken gestalten und anschliessend ausdrucken können. Ein Vater mit seinen zwei Kindern (ca. 3 und 5 Jahre) gestaltet Briefmarken. Dem kleineren Kind assistiert er, indem er es bei der Mausbedienung unterstützt. Das grössere Kind gestaltet seine eigenen Briefmarken ohne Probleme selber, navigiert auf dem Bildschirm, fügt Grafiken hinzu, löscht wieder und druckt seine Produkte aus.
Mein Fazit aus diesen Beobachtungen:

  1. Kinder interessieren sich wenig für den Hintergrund von Computern, sie wollen sie benutzen
  2. Bereits kleinste Kinder sind heutzutage fähig, Computer (bewusst) zu bedienen und Ergebnisse herzustellen, dies sollten wir uns bei der Förderung der Kinder – sei das der eigenen oder in der Schule – merken

Weiter ist mir noch etwas recht besorgniserregendes aufgefallen: Gewisse Eltern haben extrem Mühe, einfachste Anweisungen zu lesen und diesen dann folge zu leisten. Die meisten Anweisungen sind so geschrieben, dass ein Mittelstufenschüler diese verstehen und ausführen kann. Doch mehrere Beobachtungen meinerseits zeigten, dass gewisse Eltern diese nicht ausführen konnten.


Bereits vor einiger Zeit habe ich mal darüber gebloggt, wie meine ehemaligen Studienkollegen Facebook nutzen. Nun habe ich mich entschlossen erneut in diese Schreibrichtung zu gehen. Wie viele andere (nicht nur digital natives) höre ich Podcasts und lese fremde Blogs. Darunter sind auch das Blog von Jeremy und der Podcast von Zebi – zwei von vielen «digital natives», welche ihr Leben im Internet ausbreiten.

Beiden höre/lese ich schon seit längerem zu, wie sie über ihr Leben, ihren Beruf, ihr Studium, ihre Freizeit, ihre Freunde und Freundinnen, ihre Beziehungen, ihre Gelüste, ihre Antipathien, ihre Reisen, ihren Arbeitsweg, ihre Maturaarbeiten und neuerdings sogar über ihre Fitness-Projekte bloggen und podcasten.
Eigentlich finde ich das recht amüsant und schliesslich blogge auch ich über meine Gedanken, Ideen und Erlebnisse. Auch ich bin ein «digital native» und doch gibt es da einige Unterschiede. Auch ich schreibe Statusmeldungen bei Facebook, auch ich nutze Flickr aber bei all meinen Aktivitäten bemühe ich mich, meine Profile bei den diversen Social Networks möglichst unzugänglich zu gestalten, ich veröffentliche keine GPS-Daten aus meinem iPhone, ich veröffentliche nach Möglichkeit keine Bilder von mir und anderen Personen aus meinem Umfeld (mal abgesehen von einem Portrait und ein paar Schnappschüssen in den bereits genannten, möglichst geschützten Netzwerken) – sprich ich will noch meine Privatsphäre – oder bilde mir zumindest ein noch eine zu haben.

Diesen Eindruck habe ich bei gewissen Leuten nicht und ich stelle mir die Frage warum das so ist. Sind sich diese Leute bewusst, dass einmal veröffentlichte Dinge wohl ein Leben lang im Internet herumgeistern werden (erst gerade habe ich bei der Recherche zu einem andern Blogposting Bildmaterial von vor vielen Jahren gefunden)? Können sie damit leben, dass alle – ja alle! – ihr Leben auf Schritt und Tritt nachverfolgen können?