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3-6-9-12. Die ursprünglich von Serge Tisseron formulierte Regel besagt dass Kindern unter 3 keinen Medienkonsum am Bildschirm gewährt werden soll, vor 6 Jahren diese keine eigene Spielkonsole besitzen sollen, vor 9 nicht ins Internet und nach 9 zwar ins Internet aber bis 12 nicht unbeaufsichtigt ins Internet sollen. In den letzten Tagen wurde die von jugendundmedien bereitgestellte Broschüre und der 10-goldene-Regel-Flyer von der Tagespresse aufgegriffen und thematisiert.
Ich verstosse demzufolge gleich gegen 2 Regeln, erstens darf mein Sohn obwohl er erst zwei ist ab und an vor einen Bildschirm sitzen (das lässt wie sich in unserer Lebenswelt irgendwie kaum vermeiden) und die Inhalte, die er konsumiert stammen z.T. aus dem Internet, welches er zwar begleitet aufruft, aber trotzdem.

Ich habe aber nochmaaal Glück. KEine Regel ohne mit Ausnahme. So relativiert Thomas Vollmer vom Bundesamt für Sozialversicherungen im Artikel die Regel gleich selber mehrere Male.

Es spreche nichts gegen ein sporadisches Einsetzen und Ausprobieren von Bildschirmen aller Art mit Beginn des dritten Lebensjahres. «Auf keinen Fall aber sollten dies Kleinkinder alleine und unbeaufsichtigt machen, und es sollte auch kein fester Bestandteil des Tagesablaufs sein», sagt Vollmer. Von der Regel ausnehmen will er Fotoalben, die elektronisch gespeichert sind, Video-Chats und Ähnliches.

 

In meinem Verständnis schiesst diese gut gemeinte Faustregel irgendwie übers Ziel hinaus und könnte sich zu einem Bumerang entwickeln.Wozu eine Regel formulieren, wenn sie doch gleich wieder relativiert wird?

Allzu absolut sollte diese Regel aber nicht verstanden werden, [...]

… und weiter …

 Diese [Kinder] könnten von Fernsehbildern und schnellen Schnitten verunsichert werden. Deshalb: «Altersgerechte DVDs eignen sich besser, weil diese gestoppt und wieder angeschaut werden können.» Die Regel «kein Bildschirm unter drei Jahren» wird also schon innerhalb der Broschüre relativiert.

Der Umkehrschluss ab 3 darf ich mein Kind (“gefahrlos”) vor einen Bildschirm setzen liegt nahe. Viel wichtiger als das Alter eines Kindes sind aber in meinen Augen das Interesse des Kindes und der bewusst Umgang mit Bildschirmmedien, sprich die Inhalte – wie die Broschüre ja auch betont – oder der gemeinsame Konsum mit Eltern und Kind und die (altersgemässe) entsprechende Reflektion darüber.

JAMES im focus

4. Februar 2012 — Leave a comment

 

Nun ist also die seit längerem angekündigte Zusatzstudie JAMESfocus erschienen. Basierend auf den Daten der JAMES-Studie 2010 haben die Autorinnen verschiedene Freizeit- und Mediennutzungstypen herausgearbeitet und mit anderen Studien verglichen.

Die Analogen (28,8 %) nutzen überdurchschnittlich oft herkömmliche (analoge) Medien, besuchen Mussen, schreiben Briefe und trifft sich weniger oft mit Freunden. Sie sind mehrheitlich weiblich und mit gymnasialer Ausbildung.

Computerfreaks (10,2 %) sind oft männlich und sind vor allem bei den 14/15-Jährigen zu suchen. Sie tüfteln am Computer, spielen Videogames und sind aktiv in Foren/Newsgroups.

Informationsorientierte (24 %) nutzen den Computer als Recherche-/Informationsinstrument, verfügen aber nicht über besonders ausgeprägte technische Kompetenzen und sie lesen selten Bücher … und kommen vom Land.

Musiker (6,2 %) nutzen wie die Bezeichnung nahelegt, den Computer vorwiegend zum musizieren, sind jedoch auch sonst recht angetan. Mehrheitlich sind sie männlich und aus den urbanen Gegenden.

Unterhaltungsorientierte (30,8 %) sind mehrheitlich weiblich, jung und eher von tieferem bis mittlerem Bildungsniveau und sozialem Status. Sie konsumieren vorwiegend, egal ob TV oder Social Networks.

Zusammengefasst lässt sich sagen, Knaben im Alter von 18 – 19 Jahren, welche das Gymnasium besuchen [ Anm. d. A. Musiker & evt. Computerfreaks], einen hohen sozioökonomischen Status haben und nicht aus einer Familie mit Migrationshintergrund stammen, verfügen über das grösste Medienwissen.

Jugendliche mit tieferem Medienwissen, also eher unterhaltungsorientierte dagegen, nutzen das Handy allgemein mehr und vielfältiger. Zur Nutzung von sozialen Netzwerken lässt sich festhalten, dass ebenfalls jüngere Jungendliche mit eher tieferem Bildungsniveau und sozialem Status sorgloser damit umgehen. Wieder mal ein Plädoyer für (differenzielle) Medienbildung in der Schule.

 

Preaching to the Converted

4. November 2011 — 1 Comment

Letzten Donnerstag fand der 1. nationale Tag der Medienkompetenz statt. Die Hauptveranstaltung unter dem Titel «Nationales Fachforum Jugendmedienschutz» in Fribourg wurde ergänzt durch Übertragungen (und Aktivitäten?) an weiteren Standorten in allen Landesteilen.

Ich muss mich etwas selber an der Nase nehmen. Intuitiv habe ich zwei Fachforen gewählt, welche für mich nichts wirklich neues zu Tage gefördert haben (aber trotzdem von interessant über amüsant bis haarsträubend waren).

Als eines der Highlights kann man wohl die Rede von BR Didier Burkhalter bezeichnen, welcher sich über den sonst omnipräsenten Versuch, die Jugend vor den Medien zu schützen hinweggesetzt hat und in seiner Rede mit dem Titel «Die Bildung ist der Schlüssel» auch auf die Potenziale neuer digitaler Medien einging.

Wie ich scheinen viele Menschen zu funktionieren – man wählt bekanntes und will sich nicht (allzusehr) mit Neuem, Unbekanntem auseinandersetzen. So erkläre ich mir die Tatsache, dass nicht wirklich viele Lehrpersonen, Schulleitungen und Bildungspolitiker (mal abgesehen vom höchsten Bildungspolitiker der Schweiz) in Fribourg anwesend waren. Stattdessen hätte man die Tagung auch educanet2-Tagung, UNM-Tagung, 1:1-Computing-Tagung nennen können und man hätte ähnliche Teilnehmende angetroffen. Exemplarisch dafür war auch der Konsens der Podiumsteilnehmenden zum Thema «Wie sieht ein positiver Medienalltag aus?»

Wie die Situation an den “Übertragungsorten” ausgesehen hat, kann ich nicht beurteilen – doch mich beschleicht das Gefühl dass die breite Masse (noch) nicht für das Thema sensibilisiert werden konnte und genau das müsste eigentlich passieren. Auch die Medienberichterstattung kann da wohl nicht viel dazu beitragen, zu stark wurden (für meinen Geschmack) die Riskiken und Gefahren in den Vordergrund gerückt. Hätte ich nur die Tagesschau geschaut, würde ich in Versuchung geraten, den Tag als Cyberbullying-Tag in meiner Erinnerung zu verankern.

Meiner Ansicht nach sollten Bedenken dass Kinder, welche z.B. persönliche Smartphones zum Lernen (in der Schule) einsetzen jedoch keine bessere (messbare) Leistung erbringen langsam aber sicher durchdiskutiert sein … und dass Soziale Netzwerke (Es gibt auch andere als Facebook!) und digitale Medien im allgemeinen gewisses Potenzial für deviante Nutzungsmuster bieten ist erkannt. Doch existieren die wohl bei allen analogen Lernmedien auch, so kann ich zum Beispiel sehr gut mit einem Filzstift an die WC-Tür in der Schule irgendwelche Verleumdungen schreiben mit einem Block oder Buch jemanden zusammenschlagen usw. deswegen wird aber wohl deren Einsatz in keinster Form in Frage gestellt und man sieht keinen Bedarf Kinder vor öffentlichen Toiletten oder Filzstiften zu schützen. Ebenso kommt niemand auf die Idee, Lesekompetenz nicht fördern zu wollen weil es ja eine fächerübergreifende Kompetenz ist und es steht auch nicht zur Diskussion dass dafür alle Lernenden mit Büchern ausgestattet werden (Quelle).

Die skurrilste These des Tages formulierte wohl Serge Tisseron mit seiner 3-6-9-12-Regel. So sollen Kinder bis 3 Jahren von jeglichen Arten von Bildschirmen ferngehalten werden, bis 6 Jahre über keine eigene Spielkonsole verfügen, vor 9 Jahren kein Internet konsumieren und vor 12 Jahren das Internet nicht unbeaufsichtigt nutzen.

Während Heinz Moser bereits vorgängig über die Veranstaltung gebloggt hat, haben Beat Döbeli und @strehlst ihre Gedanken im nachhinein zusammengefasst. Ausserdem gibt es unter dem Hashtag #tdmk11 - welcher sich trotz fehlendem WLAN und geringer Beteiligung am virtuellen Diskurs etabliert hat – Tweets aus/zu den Veranstaltungen.

Jetzt bleibt mir nur noch abzuwarten, dass die Ergebnisse von JAMESfocus – welche Prof. D. Süss zitiert hat demnächst auch für mich zugänglich werden – so kann ich mir die unterschiedlichen Mediennutzungstypen noch einmal zu Gemüte führen und mich versuchen einzuordnen.

Heute wurde an der WorldDidac die von Prof. Dr. Daniel Süss und Gregor Waller verfasste JAMES-Studie vorgestellt. Da ich bereits gestern anlässlich des SFEM in Basel war, war die Teilname nicht möglich. Folgendes ist mir beim Überfliegen der bereits im Internet publizierten Ergebnisse aufgefallen.

  • Computer ohne Internet nutzen ist «out»
  • Knaben spielen deutlich mehr Computer-/Videogames als Mädchen
  • Knaben nutzen mehr Suchmaschinen als Web 2.0-Dienste, Mädchen umgekehrt

Die schulische und ausserschulische Nutzung von Computer wird folgendermassen beschrieben:

66 % der Jugendlichen nutzen ihren Computer zuhause täglich oder mehrmals pro Woche, um Arbeiten für die Schule oder die Lehrstelle zu erledigen. Dieser Wert bleibt über alle Altersgruppen konstant. In der Schule werden Computer und Internet von knapp einem Drittel der 18- bis 19-Jährigen täglich oder mehrmals pro Woche genutzt. Bei den jüngsten der Befragten (12 bis 13 Jahre) sind es 10 %.

Da wird es sicher interessant zu sehen, wie die detaillierten Ergebnisse ausfallen.

Und jetzt jene Aussage, welche mich am meisten die Stirn runzeln liess:

Die Jugendlichen sind nicht nur passive Nutzer, sie gestalten das Internet auch aktiv mit. Meistens im Rahmen von Social Networks, aber auch in Form von Blogs, Beiträgen in Newsgroups oder Foren. Einige erstellen mehrmals pro Woche Podcasts.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich an anderer Stelle gelesen, die «Digital Natives» seien doch nicht so aktiv im Netz und konsumieren vorwiegend. JAMES sieht das demnach anders. Die Tatsache, dass auch in dieser Beziehung ein Röstigraben (und ein Pasta-Graben) unser Land spaltet lasse ich hier mal weg.

netcity

Wie bereits im Beitrag Mediensozialisation geschildert, bilden Medien einen festen Bestandteil des Kinderalltags. Für mein Verständnis von Medienkompetenz lehne ich mich stark an Baacke / Moser an, welche vier Dimensionen des kompetenten Umgangs mit Medien formulieren.

  • Wissen über Medien und deren kulturelle Bedeutung
  • Kritischer Umgang mit Medien
  • Handhabung / Bedienung von Medien (aktive Nutzung)
  • Nutzung von Medien (z.B. zum Lernen, Verhaltensweisen etc.)

Ein kompetenter Umgang mit Medien zeichnet sich dadurch aus, dass das Individuum Medien der Situation entsprechend auswählt, Inhalte (Rechercheergebnisse, etc.) auf Glaubwürdigkeit und Quellen auf Zuverlässigkeit prüft und dabei das Urheberrecht respektiert, bei der mediengestützten Kommunikation entsprechende Verhaltensregeln einhält (Netiquette, Sicherheitsvorkehrungen) und seine und die Privatsphäre anderer schützt.

Medienerziehung und Medienpädagogik beschränken sich wie der Name schon suggeriert, auf die Erziehung und (Aus-)Bildung von Heranwachsenden. Um den Begriff bei der Förderung der Medienkompetenz im Kontext des lebenslangen Lernens auf Erwachsene anwenden zu können wurde der Begriff Medienbildung geprägt. Im Begriff Medienbildung verschmelzen laut Kerres medienerzieherische und mediendidaktische Interessen.

Bei der gewählten Lernumgebung netcity.org handelt es sich um ein Serious-Game einer Jugendschutzkampagne. Im Spiel sollen Kinder von 9 – 12 den Umgang mit Risiken im Internet spielerisch erlernen. Als zu vermittelnde Lerninhalte werden

  • Schutz persönlicher Daten
  • Nutzung der Webcam
  • Sexuell motivierte Anfragen
  • Beleidigung und Belästigung
  • Umgang mit ungeeigneten Inhalten
  • Vorsicht vor Internetbekanntschaften
  • Schuldenfallen

aufgeführt.

Mit Hilfe eines interaktiven Spiels sollen die Kinder selbständig ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre Medienkompetenz stärken.

Das Spiel ist anlässlich der Kampagne in einen Präsenzblock einer Bus-Tour eingebettet, kann aber auch losgelöst davon sowie vor/nach der Veranstaltung von den Kindern weiter genutzt werden. Die gute «tutorielle» Anleitung macht es möglich, dass Kinder dieses Spiel ohne fremde Hilfe durcharbeiten können. Dennoch versucht es immer wieder den Spieler zum Dialog mit Eltern anzuregen.

Voraussetzung für das erfolgreiche Spielen sind grundlegende Bedienkompetenzen des Computers, sprich Maus-und Tastaturhandhabung so wie Navigation im Internet. Medienbildnerische Kompetenzen wie Schutz der Privatsphäre oder Umgang mit sexuell motivierten Anfragen sollen im Lernspiel eingeübt werden, es empfiehlt sich, auch dies mit den Kindern vorher zu thematisieren.


medienkompetenz von müttern

SWITCH hat unter 575 Kindern und Jugendlichen in allen Landesteilen der Schweiz eine Umfrage über das Internetverhalten durchgeführt. Die Ergebnisse regen mich zum Nachdenken und Schmunzeln an.

So schätzen z.B. sowohl Kinder (6 – 12 Jahre) als auch Jugendliche (13 – 20 Jahre) die Internetkompetenzen ihrer Mütter (zum Teil erheblich) geringer als die eigene, die der Hauptlehrperson und auch jene des Vaters ein. Was mag da der Grund sein? Überlegen wir uns einmal, wie alt Mütter von 13 – 20-jährigen Jugendlichen sind (wohl so zwischen 41 und 48) und was sie so tun. Wahrscheinlich werden viele Mütter nur Teilzeit arbeiten, sich um die Kinderbetreuung kümmern – dabei den Kindern ab und zu Fragen zu deren Internet-Konsum stellen – und den Haushalt ohne Internet besorgen. Währenddessen die Väter von der Arbeit zurückkehren, bei welcher sie mit Computern in Kontakt gerieten und die Treibende Kraft hinter der PC- und Internet-Anschaffung eines Haushaltes sind. Diese Überlegungen lassen mich zu folgendem Schluss kommen:
Männer mit Kindern werden von ihren Sprösslingen durch die Eingebundenheit in die Arbeitswelt und den daraus resultierenden Kontakt mit Computern im Umgang mit dem Internet kompetenter wahrgenommen als deren Frauen. Die Tatsache, dass die Mutter ständig nach den Internet-Abenteuern der Kinder und Jugendlichen fragt wird durch diese als fehlende Internetkompetenz missinterpretiert.

Oder es ist tatsächlich so, dass die Einschätzungen der Befragten stimmen und Mütter weniger Internetkompetent sind als Väter … und zum Schluss bleibt die Genugtuung dass Internetkompetenz wohl nicht gleich Medienkompetenz ist.

Die weiteren Ergebnisse sind so zusammenzufassen, dass fast 90 % der Kinder und Jugendlichen zu Hause und 96 % der Schulen über einen Internetzugang verfügen. Dieser wird auch rege genutzt. 78 % sind Mehrmals pro Woche im Internet (ungefähr die Hälfte der Befragten sogar täglich). Demgegenüber stehen 14 %, welche sich weniger als 1 mal pro Woche im Internet tummeln.

Viele Eltern beschränken den Internetzugang ihrer Sprösslinge aber nur ein Drittel interessiert sich für deren Aktivitäten. Die Jugendlichen bewegen sich recht sorglos in ihrem Medium wogegen ein Viertel der Kinder sich sorgt auf “böse Menschen” oder “Inhalte die Angst machen” zu stossen. Interessant finde ich, dass “Online-Spiele” vor der “Internet-Recherche” bei den Kindern am meisten genannt wurden und bei den Jugendlichen erst an neunter Stelle – die “internet-Recherche” rangiert auf Platz 5, hinter Freundschaften pflege, kommunizieren und dem Download von Musik (legal oder illegal ist hier nicht ausgewiesen). Und ich dachte immer dass genau die 13 – 20-jährigen jene seien, welche zu den WoW-Spielern gehören …

Die Häufigkeit des Interneteinsatzes in der Schule ist insofern nicht besonders aussagekräftig, da speziell nach dem Internet und nicht nach mediengestützten Lernszenarien gefragt wurde – alles was ohne Internet möglich ist, ist da wohl nicht eingeschlossen. Gut 60 % setzen das Internet mindestens 1 Mal pro Woche ein. Wenn man das vergleichsweise schlechte Abschneiden der Lehrpersonen bezüglich dem ihnen attestierten Internet-Wissen betrachtet doch ein gutes Ergebnis. Auf die Frage warum sich 10 % der Befragten weniger Internet im Unterricht wünschen habe ich keine Antwort.

kidoncomputer

Letzthin im Museum für Kommunikation in Bern: Ich stöbere durch die Ausstellung «As time goes Byte» – keine Kinder weit und breit. Computer von anno dazumal sind ausgestellt, doch diese scheinen die Kinder ebenso wenig zu interessieren, wie interaktive Stationen zu den Themen Peripheriegeräte, Algorithmen oder dem Weg der eMail.Zuvor in der Ausstellung zur (Tele-)Kommunikation von der Brief- über die Rohrpost zum Telegrafen und zum Radio und Fernsehen, alle (interaktiven) Stationen waren besetzt, die Kinder haben ausprobiert und kommuniziert.
Ganz zum Schluss dann in der eher langweiligen Ausstellung «Bilder die haften» zum Thema Briefmarken: Es gibt zwei Computerstationen, an welchen Kinder ihre eigenen Briefmarken gestalten und anschliessend ausdrucken können. Ein Vater mit seinen zwei Kindern (ca. 3 und 5 Jahre) gestaltet Briefmarken. Dem kleineren Kind assistiert er, indem er es bei der Mausbedienung unterstützt. Das grössere Kind gestaltet seine eigenen Briefmarken ohne Probleme selber, navigiert auf dem Bildschirm, fügt Grafiken hinzu, löscht wieder und druckt seine Produkte aus.
Mein Fazit aus diesen Beobachtungen:

  1. Kinder interessieren sich wenig für den Hintergrund von Computern, sie wollen sie benutzen
  2. Bereits kleinste Kinder sind heutzutage fähig, Computer (bewusst) zu bedienen und Ergebnisse herzustellen, dies sollten wir uns bei der Förderung der Kinder – sei das der eigenen oder in der Schule – merken

Weiter ist mir noch etwas recht besorgniserregendes aufgefallen: Gewisse Eltern haben extrem Mühe, einfachste Anweisungen zu lesen und diesen dann folge zu leisten. Die meisten Anweisungen sind so geschrieben, dass ein Mittelstufenschüler diese verstehen und ausführen kann. Doch mehrere Beobachtungen meinerseits zeigten, dass gewisse Eltern diese nicht ausführen konnten.


Bereits vor einiger Zeit habe ich mal darüber gebloggt, wie meine ehemaligen Studienkollegen Facebook nutzen. Nun habe ich mich entschlossen erneut in diese Schreibrichtung zu gehen. Wie viele andere (nicht nur digital natives) höre ich Podcasts und lese fremde Blogs. Darunter sind auch das Blog von Jeremy und der Podcast von Zebi – zwei von vielen «digital natives», welche ihr Leben im Internet ausbreiten.

Beiden höre/lese ich schon seit längerem zu, wie sie über ihr Leben, ihren Beruf, ihr Studium, ihre Freizeit, ihre Freunde und Freundinnen, ihre Beziehungen, ihre Gelüste, ihre Antipathien, ihre Reisen, ihren Arbeitsweg, ihre Maturaarbeiten und neuerdings sogar über ihre Fitness-Projekte bloggen und podcasten.
Eigentlich finde ich das recht amüsant und schliesslich blogge auch ich über meine Gedanken, Ideen und Erlebnisse. Auch ich bin ein «digital native» und doch gibt es da einige Unterschiede. Auch ich schreibe Statusmeldungen bei Facebook, auch ich nutze Flickr aber bei all meinen Aktivitäten bemühe ich mich, meine Profile bei den diversen Social Networks möglichst unzugänglich zu gestalten, ich veröffentliche keine GPS-Daten aus meinem iPhone, ich veröffentliche nach Möglichkeit keine Bilder von mir und anderen Personen aus meinem Umfeld (mal abgesehen von einem Portrait und ein paar Schnappschüssen in den bereits genannten, möglichst geschützten Netzwerken) – sprich ich will noch meine Privatsphäre – oder bilde mir zumindest ein noch eine zu haben.

Diesen Eindruck habe ich bei gewissen Leuten nicht und ich stelle mir die Frage warum das so ist. Sind sich diese Leute bewusst, dass einmal veröffentlichte Dinge wohl ein Leben lang im Internet herumgeistern werden (erst gerade habe ich bei der Recherche zu einem andern Blogposting Bildmaterial von vor vielen Jahren gefunden)? Können sie damit leben, dass alle – ja alle! – ihr Leben auf Schritt und Tritt nachverfolgen können?



Vor fast einem halben Jahr habe ich anlässlich einer Unterrichtseinheit mit Schülern zum Thema digitale Bilder über eine Webseite berichtet, welche auf eindrückliche Weise zeigt, welche Retouchen ein Model über sich ergehen lassen muss, bevor es auf dem Titelblatt eines Magazins erscheint. Dieses Video zeigt nun im Zeitraffer die Arbeitsschritte, welche notwendig sind, um aus einer gewönlichen Frau eine Dove-Plakat-Schönheit zu machen. Wieder ein Fundstück mehr für meine Sammlung!

Hier hinein passt auch noch die Weiterbildung, welche ich vor einigen Tagen zum Thema «Bilder, die lügen …» gefunden habe. Aus dem Kursbeschrieb:

Eingangstext:
Kinder und Jugendliche wachsen in einer Medienwelt auf, in der fotografische Abbildungen und eigenes Fotografieren selbstverständlich sind. Fotos wird nach wie vor ein Beweischarakter zugeschrieben. Es stellt sich die Frage, ob man fotografischen Abbildungen im Zeitalter digitaler Bildbearbeitungsmöglichkeiten noch trauen kann und ob man dies denn vor der Erfindung des Computers konnte.

Kursziel:
Die Teilnehmenden

– kennen und erkennen Bildmanipulationen
– lernen Adbusting-Collagen als pädagogische Methode kennenKursinhalt-Die Bedeutung von manipulierten Bildern für das Aufwachsen junger Menschen (Stichwort “Schönheitsideale”)
– Konzepte der rezeptiven und produktiven Auseinandersetzung
– Aufbau einer eigenen Bilddatenbank
– Eigenes Arbeiten mit Bildern

Wenn die Zeit es zulässt, werde ich mich da wohl anmelden.

Eine Woche ohne TV

9. November 2008 — Leave a comment

Fernseher.jpg 2580×2000 Pixel

Von Kapitel 1 im Medienkompass inspiriert haben meine Freundin und ich beschlossen, eine TV-freie Woche durchzuführen. Das bedeutet: Von heute Sonntag bis nächsten Samstag 24:00 gibt es keine Sekunde TV. Die Serien werden vom HD-Recorder brav aufgezeichnet um nach der enthaltsamen Woche trotzdem up-todate zu sein. Was ich mir davon erhoffe? Ein bisschen mehr Zeit für Literatur und meine Freundin, da der fehlende TV-Konsum nicht mit computergestützten Tätigkeiten oder gar Internetfernsehen kompensiert werden darf.

Wenns mir gefällt ziehe ich auch eine Handy-, Facebook-, …. und irgendwann einmal evt. sogar eine internet- oder gar computerfreie Woche in Betracht.